Irak

Sonntag, 12. Juni 2016

Die Auslöschung Falludschas zielt nicht allein auf den IS - irakischer Politologe

„Irakisches Blut ist noch billiger als das von Syrern und Palästinensern“

Der Feldzug gegen den Islamischen Staat aus Sicht eines irakischen Politologen
Niemand sollte Zweifel daran haben, was geschehen wird, wenn Falludscha „befreit“ wird. Konfessionelle Säuberung ist ein etabliertes Programm im Irak.
(siehe dazu auch meinen ausführlichen Artikel "Falludscha erneut unter Belagerung - Die Stadt wird ausgehungert und bombardiert", junge Welt, 01.06.2016,
sowie Battle for Fallujah: Protests Needed against Violations of Humanitarian Law
Rene Wadlow
, TRANSCEND, 13.6.2016)
 
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Freitag, 3. Juni 2016

Falludscha erneut unter Belagerung - Die Stadt wird ausgehungert und bombardiert

An der geschundenen Stadt zeigt sich exemplarisch die Brutalität und Kontraproduktivität des Krieges gegen den „Islamischen Staates“ im Irak
(erschien leicht gekürzt auf der Thema-Seite der jungen Welt vom 01.06.2016)

Siehe dazu auch den dringenden Appell des ehem. schottischen Europa-Abgeordneten Struan Stevenson  für die Menschen in Falludscha
und Jürgen Todenhöfers offenen Brief an US-Präsident Obama: "Nicht schon wieder Falludscha! "

Wer die fürchterlichen Angriffe der US-Truppen auf Falludscha 2004 verfolgte, konnte sich kaum vorstellen, dass der Großstadt am Euphrat noch Schlimmeres bevorstehen könnte. Doch die einstige „Stadt der Moscheen“ wird seit einem erfolgreichen Volksaufstand im Januar 2014 von Regierungstruppen belagert und bombardiert und geriet im Sommer 2014 zudem unter die Herrschaft des »Islamischen Staates«. Seit Februar sind alle Versorgungswege in die Stadt unterbrochen. Die letzten Vorräte sind aufgebraucht, Zigtausende Bewohner hungern. Der Angriff auf die Stadt steht nun kurz bevor. Ihr droht, wie zuvor Tikrit und Ramadi, die weitgehende Zerstörung und der verbliebenen Bevölkerung Racheaktionen schiitischer Milizen.
 
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Montag, 18. April 2016

Irak ‒ ein dringender Appell für die Menschen in Falludscha

Seit Februar sind alle Versorgungswege in die, seit langem unter Beschuss stehenden, irakischen Großstadt Falludscha durch die irakische Armee und schiitische Milizen unterbrochen. Die letzten Vorräte sind aufgebraucht, Zigtausende Bewohner hungern. Laut Human Rights Watch waren Anfang April schon mindestens 140 Menschen aufgrund des Mangels an Nahrung und Medizin gestorben. (Iraq: Fallujah Siege Starving Population ‒ Government Forces Block Aid; ISIS Bars Civilian Flight, HRW, 7.4.2016)

In dieser Situation ruft Struan Stevenson, Präsident der „European Iraqi Freedom Association" (EIFA) im Namen seiner Organisation dazu auf, die Blockade der Stadt umgehend zu beenden und seine Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Stevenson war von 1999 bis 2014 Abgeordneter der schottischen Konservativen im Europäischen Parlament und von 2009 bis 2014 Präsident der „Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zum Irak“.
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Samstag, 13. Februar 2016

Der Bunker von Al-Amiriya - 25. Jahrestag eines US-Kriegsverbrechen

Vor 25 Jahren, in der Morgendämmerung des 13. Februar 1991 warfen zwei amerikanische F-117-Tarnkappenbomber je eine 1000-Kilo-Bombe auf einen Luftschutzbunker in Amiriya, einem Stadtteil im Westen Bagdads ab.


Spuren der Hände von Menschen die im
Al Amiriya Bunker schutz gesucht hatten,
eingebrannt in die Mauer
Das erste der lasergesteuerten Geschosse bohrte sich durch die drei Meter dicke Stahlbetondecke. Sie riss durch eine zeitverzögerte Detonation ein größeres Loch in die Decke, durch das die zweite eindrang. Sie explodierte innerhalb des Schutzraumes des Bunkers und entfachte ein Hölleninferno. Mindestens 408 Menschen starben, darunter 142 Kinder unter 10 Jahren – Menschen des Stadtviertels, die dort Nacht Schutz vor dem täglichen Bombenhagel suchten. Sie verbrannten in einem bis zu 4000 Grad heißen Feuerball, der von vielen nur noch eine in die Wände eingravierte Silhouette hinterließ.
 
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Freitag, 3. April 2015

IPPNW Body Count - englische und "internationale" deutsche Ausgabe


Body Count: Casualty Figures After 10 Years of the »War on Terror«
, International edition, 2015

Die drei IPPNW-Sektionen, USA (Physicians for Social Responsibility, PSR), Deutschland (IPPNW) und Kanada (Physicians for Global Survival, PGS), haben zum 12. Jahrestag des Irakkrieges die internationale Ausgabe der IPPNW-"Body Count"-Studie veröffentlicht.

"Casualty Figures After 10 Years of the »War on Terror« - Iraq, Afghanistan, Pakistan", online verfügbar bei PSR USA sowie bei IPPNW Deutschland.
Siehe auch die Pressemitteilung des IPPNW.

Die im Mai 2012 erstmalig veröffentlichte Studie war zuvor noch einmal aktualisiert worden. In diese 3. Ausgabe sind u.a. auch die Ergebnisse einer neuen Mortalitätsstudie im Fachjournal PLOS (Public Library of Science) Medicine von Oktober 2013 eingeflossen.

Unter Berücksichtigung der Heterogenität der Quellen und der Breite der Konfidenz-Intervalle der statistischen Erhebungen wird die Zahl der Toten aus 10 Jahren Irakkrieg vorsichtig auf mindestens eine Million geschätzt, die des Krieges in Afghanistan auf über 220.000 Opfer und die in Pakistan auf und circa 80.000, auf den 3 zentralen Kriegsschauplätzen zusammen also mehr 1,3 Millionen Todesopfer.

Während die Mainstream-Medien auch die englische Ausgabe ignorierten, fand sie in progressiven Medien und Internetportalen einen recht breiten Widerhall. Über den Umweg der internationalen Ausgabe und die Resonanz in englischsprachigen Medien fand sie als PSR-Studie auch auf deutsch zusätzliche Verbreitung bis hin zum Bundeswehr-Journal.
 
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Sonntag, 1. Februar 2015

"Body-Count" - 3. Auflage des IPPNW-Reports

Opferzahlen des sogenannten "Krieges gegen den Terror"
3. Auflage des IPPNW-Reports "Body-Count"

- Pressemitteilung der IPNNW
- IPPNW-Report "Body Count" 3. Auflage, Oktober 2014 (PDF)

In die aktualisierte Ausgabe sind die Ergebnisse einer neuen Mortalitätsstudie im Fachjournal PLOS (Public Library of Science) Medicine von Oktober 2013 eingeflossen.
 
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Dienstag, 27. Januar 2015

IMI-Studie: Der Irak im Vielfrontenkrieg

Eine aktualisierte und stark erweiterte Version des Beitrags "Irak - der endlose Krieg" (jungen Welt vom 16.12. und 17.12.2014) erschien als IMI-Studie 2015/01

Der Irak im Vielfrontenkrieg
„Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung
von: Joachim Guilliard | Veröffentlicht am: 27. Januar 2015
 
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Sonntag, 4. Januar 2015

US-Staatsterrorismus gebiert Monster

erschien leicht gekürzt und ohne Fußnoten in Ossietzky, 1 / 2015 (Themenheft „Großer Bruder USA)

Als im Sommer 2014 Kämpfer der islamistischen Miliz „Islamischer Staat" im Irak und der Levante“ in den Norden Iraks vorstießen, avancierten sie auf einen Schlag zur neuen, alles bedrohenden Terrorgefahr. Solange die in der Region meist noch mit ihrem bisherigen Namen „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ (ISIL oder arabisch Daish) bezeichneten Dschihadisten ihre Blutspur allein in Syrien zogen, hatten die NATO-Staaten sie nur verbal verurteilt, faktisch aber weiterhin ‒ als Teil der gegen die Assad-Regierung kämpfenden Allianz ‒ unterstützt.[1]. Zum Ungeheuer, gegen das jedes Mittel legitim ist, wurde ISIL erst, als seine Vorstöße die nordirakischen Öl- und Gasfelder bedrohten, auf denen westliche Ölkonzerne aktiv sind.
 
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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Irak - der endlose Krieg: „Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung (Teil 2)

Mit der Fokussierung auf den „Islamischen Staat“ wird ein genuiner Aufstand gegen das von der Besatzung geschaffene Regime ausgeblendet und Vorwände für ein erneutes direktes militärisches Eingreifen im Irak geschaffen.


Der folgende Text ist Teil II der ungekürzten Rohversion eines zweiteiligen Artikels, der in der jungen Welt vom
16.12. und 17.12.2014 erschien. Die Rohfassung des ersten Teils ist aufgeteilt in Teil 1a und Teil 1b. Als Druckversion gibt es auch den gesamten Beitrag als PDF-Dokument.

Jenseits von ISIL ‒ Gräueltaten regierungsnaher Milizen

Der Großteil der Aufmerksamkeit der Welt richte sich auf den Islamischen Staat, so Erin Evers, die Irak-Beauftragte von Human Rights Watch, Ende September, „doch dessen aufsehenerregenden Tötungen und Entführungen sind nur ein Teil der Geschichte von abscheulichen Misshandlungen.“ Dazu gehören auch die, „die irakische Zivilisten durch Regierungstruppen und schiitischen Milizen erleiden.“ [1] Sie hatte in den Tagen zuvor Zeugen zur Belagerung von Latifiyya angehört, einer mehrheitlich sunnitischen Stadt im sogenannten „Bagdad-Gürtel“, deren Bevölkerungszahl infolge der Angriffe der berüchtigten 17. Division und Milizen, die noch immer unter Kontrolle des Ex-Premiers Nuri al-Maiki stehen, in den vergangenen Monaten von 200.000 auf 50.000 schrumpfte. Dutzende Bürger der Stadt waren entführt und ermordet worden. Anwohner berichten von Exekutionen auf offener Straße, nur wenige Meter von Polizeiposten entfernt. Am 11. Juni verschleppten Milizionäre 137 Männer von einem Markt der Stadt. Die Leichen von 30 von ihnen wurden gefunden, von den übrigen fehlt jede Spur.
 
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Dienstag, 16. Dezember 2014

Irak - der endlose Krieg: „Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung (Teil 1a)

Mit der Fokussierung auf den „Islamischen Staat“ wird ein genuiner Aufstand gegen das von der Besatzung geschaffene Regime ausgeblendet und Vorwände für ein erneutes direktes militärisches Eingreifen im Irak geschaffen.

Der folgende Text ist Teil 1a der ungekürzte Rohversion eines zweiteiligen Artikels, der in der jungen Welt vom 16.12. und 17.12.2014 erschien. Seine Fortsetzung folgt in Teil 1b und Teil 2. Als Druckversion gibt es auch den gesamten Beitrag als PDF-Dokument.


Nach zweieinhalbjähriger Pause greifen US-amerikanische Kampfjets seit dem 8. August wieder Ziele im Irak an. In Kürze operieren bereits wieder über 3000 US-Soldaten offen in dem Land, das sie Ende 2011 verlassen mussten.[1] Im Bündnis mit anderen Nato-Staaten und den arabischen Golfmonarchien weiteten sie ihre Angriffe im Rahmen ihres Kampfes gegen den „Islamischen Staat“ auf syrisches Territorium aus. Syrien wurde so nach Afghanistan, Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen und Irak zum siebten Land der islamischen Welt, das US Präsident und Friedensnobelpreisträger Barack Obama in seiner sechsjährigen Amtszeit bombardieren lässt.
 
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