Mittwoch, 7. April 2010

Irakischer Widerstand meldet sich wieder

Auch wenn es hierzulande so scheint, eingeschlafen ist der nationale, militärische Widerstand im Irak nicht. Ein tödlicher Angriff auf eine US-Patrouille bei Mosul, bei der zwei US-Soldaten getötet und 5 verwundet wurden hat dies auch hier kurz wieder ins Gedächtnis gerufen.

Leider sind Berichte, Erklärungen etc. auf Englisch selten. Nur wenige Widerstands-Organisationen unterhalten überhaupt eine englische Webpräsenz und diese werden relativ selten aktualisiert. Die Islamische Armee hat bis vor kurzem auf http://iaisite-eng.org regelmäßig kurze Meldungen und einen Monatsüberblick auf Englisch veröffentlicht. Seit Mitte Januar tut sich hier nichts mehr.

Seit Januar verschickt aber die al-Rashidin Armee regelmäßig kurze Mitteilungen per E-Mail an Adressen, die sie sich von Irak bezogenen Internetseiten holten, wie z.B. www.embargos.de . Heute, zum Jahrestag des Falls von Bagdads verbreitete sie gleich zwei Meldungen über erfolgreiche Aktionen. Sie werden unter http://al-rashedeen.net/ archiviert
 
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Die kulturelle Säuberung des Irak

Artikel in: Ossietzky 7/2010

(Der folgende Artikel erschien leicht gekürzt in Ossietzky 7/2010 und zusammengefaßt in der Zeitung gegen den Krieg, April 2010)

Viele westliche Kommentatoren reagierten mit großer Begeisterung auf die jüngsten Parlamentswahlen im Irak. Allein aufgrund der gemeldeten akzeptablen Wahlbeteiligung von 62 Prozent sahen sie die Demokratie im Irak gefestigt und das Land auf einem gutem Weg. Manche, wie Jan Ross in der Zeit, sehen nun sogar George W. Bush, Dick Cheney, Tony Blair und die anderen Drahtzieher des Krieges nachträglich im Recht. Eine solche zynische Sicht ist nur möglich, wenn man die Realität – die Zerstörungen des Krieges, den Charakter des von den USA geschaffenen Regimes, die nach wie vor katastrophalen Lebensbedingungen – einfach ignoriert.

Mit einem der vielen finsteren Kapitel der Besatzung, über das kaum berichtet wurde, befaßt sich ein Anfang des Jahres erschienenes Buch: mit der „kulturellen Säuberung“ des Iraks.
 
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Kollateraler Mord

Dem Portal "WikiLeaks" wurden Videoaufnahmen aus der Bordkamera eines Apache-Kampfhubschraubers zugespielt - ein echtes Lehrstück.

Die Aufnahmen sind vom 12. Juli 2007 und zeigen einen Kampfeinsatz zweier Kampfhubschrauber im Irak, einer von vielen Tausend in diesem Jahr. Viele davon dürften so abgelaufen sein, wie der, dessen Aufnahme nun drei Jahre danach an die Öffentlichkeit gelangte.
 
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Montag, 5. April 2010

Redebeitrag Ostermarsch 2010 vor US-Hauptquartier in Heidelberg

Anbei mein Redebeitrag zum Ostermarsch 2010 vor dem US-Hauptquartier in Heidelberg. Er geht im Zusammenhang mit der Forderung nach atomarer Abrüstung auch auf Sanktionen und Kriegsdrohungen gegen den Iran ein und erinnerte die Teilnehmer daran, dass vor Ostern die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung noch stärker eingeschränkt wurde als sonst.

Bericht und Bilder zum als antimilitaristischer Radrundfahrt gestaltete Ostermarsch RHEIN-NECKAR 2010 siehe hier, der Aufruf und sonstige Infos hier
 
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Freitag, 2. April 2010

Besatzungswahlen - im Westen gefeiert, vom Widerstand abgelehnt

Artikel in: junge Welt, 03.04.2010

Im folgenden drei Texte von mir zu den Irakwahlen, die leicht gekürzt auf der Schwerpunkt-Seite erschienen sind, inklusive Quellenangaben.

Besatzungswahlen
Im Westen wird die Abstimmung vom 7. März über das irakische Parlament gefeiert. An der US-Vorherrschaft und am Widerstand dagegen hat sich wenig geändert.
http://www.jungewelt.de/2010/04-03/053.php


Viele westliche Kommentatoren reagierten mit Begeisterung auf die jüngsten Parlamentswahlen im Irak. Allein aufgrund der Wahlbeteiligung von 62 Prozent sahen sie die Demokratie im Irak gefestigt. Manche, wie Jan Ross in der Zeit vom 11. März, sehen nun sogar George W. Bush, Dick Cheney, Tony Blair und die anderen Drahtzieher des Krieges nachträglich im Recht.

Dagegen bezeichnete Scheich Harith al-Dari, Generalsekretär der einflußreichen Vereinigung irakischer Schriftgelehrten (AMSI) und offizieller Sprecher eines bedeutenden Flügels des militärischen Widerstands, die jüngsten Parlamentswahlen im Irak als »ein Mittel, die Besatzung zu rechtfertigen und die US-amerikanische Hegemonie über den Irak zu bestätigen.«
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Dienstag, 30. März 2010

Old story - New coalition in occupied Iraq

Übersetzung meines junge Welt-Kommentars "Neue Koalitionen, alte Gesichter im besetzten Irak" für Workers World durch John Catalinotto.
 
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Montag, 29. März 2010

Maliki: Mit Gewalt gegen siegreiche Kandidaten

Der amtierende irakische Premier Nuri Al-Maliki versucht mit allen Mitteln, trotz knapper Niederlage, sich das Recht zu erstreiten, mit der Bildung der nächsten Regierung beginnen zu können: durch die Anfechtung des Wahlergebnisses, durch eine neue Regel, wonach auch eine Mehrheit durch eine nach der Wahl gebildete Koalitionen zählt und offenbar auch durch Repression und nackte Gewalt.
 
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Sonntag, 28. März 2010

Neue Koalitionen, alte Gesichter im besetzten Irak

Kommentar in: junge Welt 29.03.2010

(Der Platz für den Kommentar war ziemlich knapp. Ausführlicheres dazu kommt noch, bzw. findet sich bereits unter den
Überlegungen vom Montag oder den aktuelleren Einträgen.)
 
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Samstag, 27. März 2010

Oppositionelle Al-Irakija-Liste gewinnt

Die irakische Wahlkommission hat das vorläufige Endergebnis verkündet, demnach hat die oppositionelle Al-Irakija-Liste 91 Sitze gewonnen und Malawis Rechtsstaatsliste nur 89. Die schiitische Irakisch-Nationale Allianz hat 70 und die kurdische Allianz 43 Sitze - dies entspricht recht genau dem, was sich bereits letztes Wochenende abzeichnete (Die NYT hat dazu eine interaktive Übersicht)

Da die Allianz mit den meisten Sitzen die erste Chance erhält, eine Regierungsmehrheit zu zimmern, wäre Maliki damit an sich erst mal draußen. Aber noch gibt sich der amtierende Regierungschef nicht geschlagen.
 
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Montag, 22. März 2010

Irak-Wahlen 2010 - Foulspiele und was möglicherweise hinten rauskommt

Auch nach über zwei Wochen sind noch nicht alle Stimmen ausgezählt. Dies und die vielen Berichte über Manipulationen haben das Vertrauen in einen sauber Urnengang ziemlich minimiert.

Am Ende wird jedoch - zumindest in Europa und den USA - alles bald wieder vergessen sein, wie 2005 oder wie jüngst bei den "Präsidentenwahlen" in Afghanistan. Egal wie wenig demokratisch die Wahl und wie unglaubwürdig das am Ende verkündete Ergebnis ist, wird die Farce international anerkannt und somit für die Iraker zu einem harten Fakt werden. Es lohnt sich also, die möglichen Ergebnisse mal anzusehen.
 
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