Dienstag, 16. Juni 2009

Wishfull Thinking oder "Grüne Revolution"

Die Entwicklung im Iran nach den Präsidentenwahlen erinnert stark an die div. bunten Revolutionen in Osteuropa:
Seit Wochen wird im Westen der Wunschkandidat, dessen Anhänger sich mit grünen Kleidungsstücken kenntlich machen, hochgelobt und sein Sieg als wahrscheinlich erklärt. Schon kurz nach Wahlbeginn, lange bevor irgend eine Urne ausgezählt wurde, erklärt dieser wackere Herausforderer sich bereits zum Wahlsieger und weigert sich später beharrlich seine Niederlage anzuerkennen. Er schreit laut Wahlbetrug und seine Anhänger gehen wütend auf die Straßen. Einige organisierte Trupps steuern die Randale bei, die Sicherheitskräfte reagieren mit gewohnter Härte und die westlichen Medien sorgen für das nötige Echo - die Rede ist bereits von einer "grünen Revolution".
Ob mit oder ohne Nachhilfe, besser hätte es für die Regierungen der USA und der EU nicht kommen können.

Der Vorwurf des Wahlbetrugs stützt sich im Wesentlichen nur auf eines: den großen Unterschied zwischen dem im Westen erwarteten und dem tatsächlichen Wahlergebnis.
Alles deutet jedoch daraufhin, dass diese Erwartungen völlig verhehlt waren - entweder aufgrund von Wunschdenken oder aus Kalkül.
 
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Montag, 15. Juni 2009

Ölrebellen

Das Führungspersonal der South Oil Co., dem staatlichen Ölkonzern für die Ölförderung im Süden Iraks rebelliert gegen die Pläne des Ölministeriums, Serviceverträge zur Ankurbelung der Ölproduktion mit ausländische Öl-Konzerne zu vergeben. Die Vergabe soll am 30. Juni über eine öffentliche Auktion geschehen.
Die Serviceverträge seien "schädlich für die irakische Wirtschaft" teilte der General Director der South Oil Co. Fayad al-Nema Ölminister Hussain al-Shahristani mit und forderte die Auktion abzusagen.
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Samstag, 13. Juni 2009

USA: Bald über eine Billion US-Dollar seit 9/11 für Krieg - Tendenz steigend

Die direkten Ausgaben der USA für die Kriege in Afghanistan und Irak haben bald die Marke von 1 Billion erreicht und wachsen munter weiter ($1 Trillion and Counting... - The $1 trillion we have spent on war since 9/11 has placed enormous stress on our recession-struck economy.)
Obama, einst ein harscher Kritiker der Praxis der Bush-Administration die Besatzungskosten aus dem allgemeinen Militärhaushalt rauszuhalten, macht nun das selbe und fordert zusätzliche 83,4 Mrd. Dollar für die beiden Kriege. Das Repräsentantenhaus gab noch eins drauf und genehmigte 96,7 Mrd. Damit stiegen die direkten Ausgaben für 2009 auf über 160 Mrd. und die Gesamtkosten auf fast eine Billion. In Obamas Budget-Vorschlag für 2010 sind bereits weitere 130 Mrd. veranschlagt.
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Mittwoch, 20. Mai 2009

Das einst vorbildliche Gesundheitssystem Iraks immer noch am Boden

Auch nach sechs Jahren Besatzung und "Wiederaufbau" liegt das Gesundheitssystem, das vor Krieg und Sanktionen, als das beste der gesamten Region galt, völlig am Boden so McClatchy-Korrespondentin Corinne Reilly in einer düsteren Bestandsaufnahme des irakischen Gesundheitssystems. Nach wie vor fehlt den meisten Krankenhäuser selbst das allernotwenigste Basismaterial. Grund ist vor allem Missmanagement, extreme Korruption und das Abzweigen von medizinischem Material in private Kanäle.
 
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Montag, 11. Mai 2009

Shells Gas Deal mit Irak in Gefahr

Royal Dutch Shell ist als einziger der großen Ölmultis nahe dran, in großem Stil im Irak einzusteigen. Der Konzern konnte sich letztes Jahr mit dem irakischen Ölministerium auf ein lukratives Joint Venture Unternehmen mit Iraks Südgaskompanie einigen, das praktisch das Monopol der Gas-Verarbeitung im Süd-Irak halten würde.

Der Deal könnte jedoch leicht am irakischen Parlament scheitern. Dies wäre ein weiterer großer Rückschlag für "Big Oil" im Irak.
 
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Mittwoch, 6. Mai 2009

Irak - Retter aus der Wirtschaftskrise

Der Vorsitzende der irakischen Gewerkschaft für Industrien, geht davon aus, dass seit 2003 ca. 36.000 kleine und mittlere Unternehmen, das sind 90% der Firmen des Landes, dicht machen mußten. (Iraq’s Closed Factories, The Ground Truth in Iraq, 15.1.2009)

Aus Sicht von Bankern, Investoren und sonstigen Finanzjongleuren hat die katastrophale Lage des Iraks jedoch auch ihre gute Seite. Da der Irak von der Weltwirtschaft weitgehend abgekoppelt ist, ist er - sieht man vom Einbruch des Ölpreises ab - von der Finanz- und Wirtschaftskrise kaum betroffen.
Im Irak fehlt es an allem und da das Land auf Öl schwimmt hat es eine blendende Bonität. Auch wenn die Fördermenge immer noch deutlich unter dem Vorkriegsniveau lag, betrugen die Öl-Einnahmen 2008 immerhin 60 Mrd. Dollar. Kein Wunder dass, wie die Financial Times schreibt "Investoren die Chancen beäugen".

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Sonntag, 3. Mai 2009

Jürgen Todenhöfer über "Amerikanische Irrwege"

Jürgen Todenhöfer schrieb heute in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über "Amerikanische Irrwege" in Afghanistan und Irak. (FAS, 03.05.2009, Seite 15)
Sehr gut und sehr kompakt skizziert er dabei die aktuelle Situation im Irak.

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Samstag, 2. Mai 2009

100 Tage Obama

Die ersten 100 Tage der Präsidentschaft von Barack Obama brachten - zusammengefaßt - großartige Ankündigung ohne praktische Substanz sowie die angekündigte weitere Eskalation im Krieg in Afghanistan. (zum Irak siehe Obamas Besatzungsplan)

Eine sehr differenzierte Analyse schrieben George und Doris Pumphrey Barack Obama – Eine Hoffnung? Eine Chance? -- Eine Aufforderung!, NRhZ vom 29.04.2009

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