Syrien – Details einer Verschwörung

Der folgende Artikel des syrischen Nachrichtenportal ChamPress berichtet über einen im Jahr 2008 vom saudischen nationalen Sicherheitsberater, Bandar Bin Sultan, und dem damaligen US-Botschafter im Libanon, Jeffrey Feltman, ausgearbeiteten, recht detaillierten Plan, regierungsfeindliche Aktivitäten in Syrien zu organisieren, mit dem Ziel Präsident Baschar Al Assads zu stürzen. Eine ganze Reihe von Artikel beziehen sich auf diesen Bericht (siehe z.B. Gilles Munier, Syrien - das nächste Ziel der NATO? oder Karin Leukefeld, Gewalt in Homs – Destabilisierungsprogramm der USA scheint aufzugehen, jW 20.04.2011). Peter Kosmalla hat ihn dankenswerter Weise ins Deutsche übersetzt und zur Verfügung gestellt.

ChamPress ist ein privates, unabhängiges Medium, gilt aber als der syrischen Regierung nahestehend. Der Plan wurde laut der israelischen Tageszeitung Haaretz zuerst im iranisch/arabisch-sprachigen Fernsehsender Al-Alam veröffentlicht. Woher die Informationen stammen und wer sonst noch an der damaligen Diskussion beteiligt war, wird nicht erwähnt. Inwieweit der Bericht über die Pläne zutrifft, ist daher unsicher. Immerhin nahm Haaretz ihn ernst genug, um ausführlich darüber berichten. (Why did website linked to Syria regime publish U.S.-Saudi plan to oust Assad?, Haaretz 30.03.11

Die Diskussion solcher Pläne ist für sich genommen auch noch kein Beweis dafür, dass sie tatsächlich umgesetzt wurden. Vor dem Hintergrund der langen Geschichte verdeckter US-Interventionen sind sie jedoch keineswegs unplausibel und vieles vom aktuellen Geschehen passt so gut, dass man eine Umsetzung einzelner Aspekte ernsthaft in Betracht ziehen muss.
 
Der Verdacht wird dadurch noch stark erhärtet, dass Prinz Bandar offenbar bereits im Oktober 2010 persönlich in einer entsprechenden Mission unterwegs war. Er wurde dabei geschnappt, wie er zusammen mit einigen Mitstreitern unter falschem Namen, mit gefälschtem Pass und Millionen von Dollar Bargeld in Syrien einreisen wollte. (Ambitious Bandar overplayed his hand in the Kingdom, Crescent International, October 2010)

Das aktuelle Szenario passt auch sehr gut in die von Seymour Hersh im März 2007 enthüllten Pläne, den Einfluss Irans, Syriens und der Hisbollah im Nahen Osten „zurückzudrängen“, indem man Sunniten und Schiiten in der Region gegen einander aufhetzt. In Geheimabsprachen waren Bandar und der damaligen US-Vizepräsident, Dick Cheney, übereingekommen, zu diesem Zweck verdeckt, über die Saudis, sunnitische, dschihadistische Gruppen zu ünterstützen. (Seymour Hersh, The Redirection, The New Yorker, 5.3.2007)

Konkret umgesetzt wurde dies im Libanon, wo Bandar die radikal-sunnitische Fatah al-Islam als Gegengewicht gegen die Hisbollah finanzierte. In der Folge kam es im Mai 2007 zu heftigen Gefechten zwischen der libanesischen Armee und dieser Untergrundorganisation. (Bush Administration arranged support for militants attacking Lebanon, Interview mit Seymour Hersh, CNN, 21.5.2007. Siehe auch Michel Chossudovsky, «Islamische Terroristen», unterstützt von Uncle Sam – Black Ops» der Bush-Administration gegen Iran, Libanon und Syrien, Global Research, 31.5. 2007)

An Geld für solche Aktionen fehlt es dem illustren Prinzen sicherlich nicht. Wie der Guardian 2007 enthüllte, hat ihm allein der britische Rüstungskonzern BAE (vormals Britisch Aerospace) über 10 Jahre hinweg heimlich über eine Milliarde britische Pfund zugesteckt, als Schmiergeld für die Hilfe bei den Al-Yamamah Deals, den größten Waffendeals in der britischen Geschichte. (BAE accused of secretly paying £1bn to Saudi prince, The Guardian, 7 .6.2007). Einem größeren Publikum wurde der langjährigen saudischen Botschafter in Washington durch Michael Moores Film “Fahrenheit 9/11” bekannt, der ihn als engsten Freund von George W. Bush würdigt.

Auch sein Kumpan Jeffrey Feltman ist ein erfahrener Strippenzieher. Der antisyrische Frontmann der Bush-Administration spielte eine wesentliche Rolle dabei, Syrien den Mord am libanesischen Premier Rafiq al-Hariri anzuhängen und Fuad Siniora als dessen Nachfolger einzusetzen. Dessen Regierung wurde im Libanon von vielen schlicht „Feltman-Regierung“ genannt. (Auf dem Foto verbrennen Hisbollah-Anhänger sein Konterfei).
Nach Angaben des ehemaligen libanesischen Parlamentariers Nasser Qandil traf Feltman sich im Januar in Paris mit syrischen Oppositionellen. Mit dabei sollen der US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro und Vertreter der libanesischen, von Saad al-Hariri geführten anti-syrischen „Zukunftsbewegung“ gewesen sein. (Tahir Mustafa, US, Israeli, Saudi involvement in Syrian uprising, Crescent International, Mai 2011)



Medien enthüllen Details einer saudisch-amerikanischen Verschwörung zur „Zerstörung“ Syriens
ChamPress, 28.3.2011

Original: Media sources reveal details of a conspiracy by Bandar Bin Sultan and Feltman to "destroy" Syria (Upd: mittlerweile nicht mehr bei ChamPress gespeichert. Eine Kopie gibt es u.a. hier)
Deutsche Übersetzung Peter Kosmalla

Verschiedene Medien haben die Details eines wohlorganisierten Plans zur Zerstörung Syriens und der Verursachung eines Chaos in dem Land enthüllt. Nach diesen Quellen wird gesagt, daß Bandar bin Sultan, der frühere saudische Botschafter in den USA, in Zusammenarbeit mit dem früheren US-Botschafter im Libanon, Jeffrey Feltman den Plan entwickelte, das Regime in Syrien zu stürzen und Syrien in die Steinzeit zurück zu bringen.

Der lange und detaillierte Plan, der von Bandar bin Sultan und seinem Freund Feltman 2008 entwickelt wurde und mit einer finanziellen Unterstützung von 2 Mrd. US-Dollar versehen ist, besteht aus mehreren Punkten und präzisen Details, die sich im wesentlichen mit den Unruhen in der Stadt Daraa überschneiden, die jüngst bezeugt wurden.

Nach diesen Quellen hängt der Plan strategisch von der Ausnutzung der berechtigten Forderungen der Menschen nach Freiheit, Würde und Beseitigung der Korruption und der Umwandlung dieser Wünsche in eine Revolte gegen das Regime ab, in dem man die Menschen überzeugt, daß der Weg zu einer Reform innerhalb des Regimes versperrt und die Lösung eine kompromißlose Revolution ist.

Nach diesem Plan wird Syrien in drei Bereiche (Großstädte, Kleinstädte und Dörfer) eingeteilt und begründet fünf Arten von Netzwerken

1. Der "Treibstoff": Dieses Netzwerk besteht aus gebildeten und arbeitslosen Jugendlichen, die mit dezentralen Mitteln miteinander verbunden werden sollen.

2. Die "Verbrecher": Das Netzwerk umfaßt Gesetzlose und Kriminelle aus entfernten, bevorzugt nichtsyrischen, Gebieten.

3. Die "Ethnisch-Konfessionellen": Dazu gehören junge Menschen mit begrenzter Bildung, die ethnische Gemeinschaften repräsentieren, welche den Präsidenten unterstützen oder gegen ihn opponieren. Sie müssen jünger als 22 Jahre sein.

4. Die "Medien": Es besteht aus einigen Führern zivilgesellschaftlicher Institutionen, die aus Europa und nicht aus Amerika finanziert werden.

5. Das "Kapital": Es umfaßt nur Händler, Firmenbesitzer, Banken und kommerzielle Zentren in Damaskus, Aleppo und Homs.

Der Plan sieht vor diese Netzwerke und die Verbindungen zwischen ihnen folgendermaßen zu nutzen:

Die Ausnutzung junger Menschen (Treibstoff) mittels ansprechender Phrasen:

- Ihr müßt eine Stimme haben.
- Veränderung ist nicht möglich, außer durch Macht.
- Es ist eure Sache, die Zukunft zu bestimmen.
- Euer Schweigen ist der Grund usw. ...

Der Plan sieht außerdem die Nutzung der Qualifikationen des zweiten Netzwerkes (Verbrecher) vor:

- Ausbildung der Verbrecher im professionellen Töten, einschließlich Scharfschützen und kaltblütigem Töten.
- Ausbildung im Brandstiftung an öffentlichen Gebäuden mittels brennbarer Stoffe.
- Ausbildung im Eindringen in Gefängnisse, Polizeizentralen und Sicherheitsgebäude.

Mitglieder des dritten Netzwerkes (Ethnisch-Konfessionelle) werden ausgenutzt durch:

- Verstärkung ihrer starken Gefühle für die Unterstützung der Opposition gegen den Präsidenten.
- Das Gefühl erzeugen, daß ihre Gemeinschaften in allen Fällen bedroht sind.
- Ausführung des Konzeptes der Nutzung übertriebener Gewalt gegen andere.
- Überzeugen von der Idee, daß alle welche ihnen entgegen stehen, Verräter sind.
- Sie in einen Zustand der "Farbblindheit" bringen, in dem sie nur schwarz/weiß sehen.
- Ausnutzung ihres Lebensalters und fehlender Kenntnisse der Geschichte und Geografie und sie an den Rand der Bereitschaft alles zu tun, zu bringen.

Das vierte Netzwerk (Medien) wird auch ausgenutzt, um dem Plan zu dienen. Mitglieder dieses Netzwerkes werden angeworben und ihre Fähigkeiten die öffentliche Meinung zu führen werden erweitert, durch:

- Ermöglichung der Kommunikation mit den Medien mittels Satellitentelefonen, die nicht abgehört oder abgeschaltet werden können.
- Sie werden als Nationalisten und Einzelpersonen dargestellt, die nicht gegen das Regime opponieren sondern nach einer Zivilgesellschaft rufen.
- Qualifizierung von Kadern und Trainieren in Techniken der neuen Medien, wie Bloggen und Internetnutzung), die ihnen helfen mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren.
- Abhaltung regulärer Meetings mit ihnen und Koordinierung ihrer Anstrengungen, so daß niemand dem anderen widerspricht.

Das fünfte Netzwerk (Kapital) wird mittels der Angst seiner Mitglieder, daß ihr Geld verschwendet werden könnte, ausgenutzt, so daß folgendes erreicht wird:

- Schaffung von Verbindungen zwischen Händlern und Handelsbeamten in den europäischen Botschaften unter dem Deckmantel von Handelsbeziehungen.
- Veranstaltung luxuriöser Partys, die von Geschäftsleuten besucht werden und während derer exklusive Abmachungen und Investitionen am Arabischen Golf zu vereinbaren sind.
- Drohen mit bestimmten sexuellen Beziehungen, die gefilmt wurden, um sie später zu erpressen.
- Sie gegen das Regime drängen und Ideen wie diese erzeugen: "Das Land ist euer und Außenseiter kontrollieren euch. Das Regime erzeugt reiche Menschen auf eure Kosten. Ihr seid diejenigen, welche das Land aufbauen und andere beherrschen es. Baschar al Assad bestiehlt euch mit Steuern und seinen Unterstützern gefällt das. Alle eure Geschäftsprojekte sind Verluste wegen Bestechlichkeit und Korruption.
Ihr Reichtum ist bedroht und muß aus Syrien hinaus geschafft werden, weil das Regime zusammenbricht.
Wir machen Sie zu Herrschern, nach dem Zusammenbruch des Regimes."

Der Plan enthält außerdem in seinem Durchführungskapitel verschiedene Szenarien und präzise Details, wie zu starten und fortzufahren ist, wie die Netzwerke ausgenutzt werden und wie vorzugehen ist.
Laut dem Durchführungskapitel hat der Plan folgende Phasen:

1. Wenn eine Person des Treibstoff-Netzwerkes reagiert, beginnt sofort eine andere Stufe unter Ausnutzung seines/ihres Geldbedarfes:
- Ihm/ihr kleine Geldbeträge zur Verfügung stellen.
- Ihm/ihr ein Mietauto, ein Mobiltelefon und einen Internetzugang bereit stellen.
- Ihn/sie auffordern andere junge Menschen zu suchen und mitzubringen und die gleichen Methoden, bei diesen anwenden.

- Erreicht die Anzahl junger Menschen in Großstädten 5000, in Kleinstädten 1500 und 500 in Dörfern, werden sie aufgefordert, Veränderung und Reform zu fordern. In diesem frühen Stadium muß jede Äußerung gegen eine Seite vermieden werden. Kein Wort zur konfessionellen, parteilichen, rechten oder linken Basis ist in diesem Stadium erlaubt.

Während diese Phase abläuft, ist Einwänden von Nicht-Enthusiasten mit einem Vorrat passender Antworten zu begegnen, wie:

- Wenn jemand sagt, es gibt eine Veränderung, muß die Antwort sein: "Es gibt überhaupt keine Veränderung. Das ist alles Lüge."
- Wenn jemand sagt, die Veränderung kommt, muß die Antwort sein: "Das hören wir seit mehr als 40 Jahren."
- Wenn jemand sagt, die Zeit reicht nicht aus, muß die Antwort sein: "Wann sollen wir uns bewegen? Sollen wir uns in 100 Jahren bewegen?"
- Wenn jemand sagt unsere Würde besteht darin, Amerika zu widerstehen, muß die Antwort sein: "Wir haben nichts mit dem Widerstand zu tun, wir wollen leben." usw.

- Eine Gruppe der Bewegung muß auf die Straßen in bereits vorhandene Ansammlungen, wie volle Märkte, Moscheen nach Gebeten und in nahegelegene Alleen geschickt werden. Diese Gruppe ist in drei Ringe einzuteilen: Rufer, Fotografen, verborgene Leute. Die Rufer versammeln sich in der Mitte des Kreises und beginnen in der Menschenansammlung zu rufen. Dieser Ring wird vom Ring der verborgenen Leute umringt, während der Fotografenring alle einkreist. Wenn jemand versucht, die Rufer zu zerstreuen, verteidigen die Verborgenen sie unter dem Vorwand: "laßt sie reden" und wenn niemand versucht, die Rufer zu zerstreuen, greift der Ring der Verborgenen die Rufer an und zerstreut sie. In beiden Fällen "erhalten wir ein exzellentes Bild für die Medien."

- Generell müssen die Staatsorgane zur Anwendung von Folter und Grausamkeit provoziert werden. Hier müssen die Staatsorgane zwischen zwei Lösungen wählen, eingreifen oder nicht eingreifen.

- Mischen sich die Staatsorgane nicht ein, wird die Anzahl der Enthusiasten beginnen zu steigen, weil die Forderungen der jungen Menschen eine größere Anzahl neuer Enthusiasten anziehen, die entsprechend dem Plan nichts über die Netzwerkverbindung wissen dürfen.

Greifen die Staatsorgane ein und verhaften eines der Netzwerkmitglieder, muß er/sie sich als "unschuldig und bemitleidenswert" darstellen, sofort seine/ihre Haltung ändern und den Staatsorganen illusorisch versprechen, das nicht wieder zu tun. Laut dem Plan ist er/sie bis zum Endstadium vollständig inaktiv, aber die finanzielle Unterstützung wird fortgesetzt.

Greifen die Staatsorgane ein und verhaften jemanden von außerhalb des Netzwerkes, muß der Vorfall voll ausgenutzt werden, in dem das Niveau der Forderungen angehoben wird. Foltern die Sicherheitskräfte ihn/sie, ist dieses besser, da es hilft die Gefühle der Menschen anzustacheln und Losungen, welche die Folter dem Regime und nicht nur den Sicherheitskräften zuordnen, müssen verbreitet werden und folgende Erklärungen und Ideen sind zu verbreiten:

Haben Sie gesehen, was dem Ärmsten passiert ist? Das ist es, was der Präsident will.
Das ist nicht fair, der Mann will nur leben.
Haben diese Händler nur das Recht, Geld zu haben?
Ist das eine Regierung oder eine Gruppe von Dieben?
Der Grund dahinter ist die Führungsspitze.
usw.

2. Wenn die Bewegung auf den Straßen beginnt, müssen die Menschen schnellstmöglich angestiftet werden, ihre bestehenden Forderungen in Rufe nach dem Sturz der Regierung umzuwandeln. Dann muß folgendes durchgeführt werden:
- Das zweite Netzwerk (Verbrecher) muß die Szene betreten und Demonstranten, sowie Sicherheitspersonal angreifen.
- Videos und Fotos dramatischer Ereignisse, die religiöse und soziale Gefühle verletzen, wie Angriffe auf Frauen (bevorzugt auf verschleierte), müssen gemacht werden. Im Ergebnis rufen angebliche Demonstranten allgemeine Losungen und wenn sie von Sicherheitskräften angegriffen werden, wird das sehr exzellent. Werden sie jedoch von Zivilisten angegriffen, sagt die Gruppe "zivil gekleidete Sicherheitskräfte" griffen die Demonstranten an. Greift niemand sie an, dann greift ein Mitglied dieser Gruppe die Demonstranten an, auch wenn das zu kleineren Verletzungen führt. Videoaufnahmen dürfen nicht länger als 20 s sein und müssen von einer sehr nahen Position, nicht von einer weiten; aufgenommen werden.
- Schnelle Anwendung von Blutvergießen wegen des enormen Einflusses auf die Menschen. Dazu gehört die Tötung eines Protestierenden von außerhalb des Netzwerkes, vorzugsweise eines Jugendlichen aus großen und bekannten Familien oder eines Jugendlichen, der bedeutende soziale Bindungen hat oder eine hochgebildete Person, speziell einen Doktor, Ingenieur oder Intellektuellen. Der Mord muß schnell von Scharfschützen mit Geschossen des Typs, den Polizei oder Sicherheitskräfte verwenden, ausgeführt werden.
- Anzünden von Häusern der Händler, die am Plan beteiligt sind, und die Menschen in einen Angstzustand versetzen zusammen mit anderen ökonomischen Zahlen, mit dem Zweck die Leben so vieler Menschen als möglich zu beeinflussen.
- Baschar al Assad Loyale provozieren und sie in Streitigkeiten mit anderen, besonders Islamisten, verwickeln. Dabei müssen die Loyalen beschuldigt werden, vom Geheimdienst und Sprachrohre des Regimes und Profiteure der Staatsgewalt zu sein.
- Es ist geplant, Mißtrauen und Spannungen zwischen den Loyalen und dem Volk zu erzeugen, Erzählungen über das nahe Ende von Baschar al-Assad zu verbreiten, nach zufälligen Unterstützerdemonstrationen rufen und Rufe, die Abschlachtungen, Mord und Terrorismus unterstützen auszulösen. Im Gegenzug werden Opponenten sich ruhig verhalten und jegliche Schritte bis nach dem Beginn konfessioneller und ethnischer Morde hinauszögern. Sie müssen in ihren Rufen nach politischen Reformen, Freiheit, Demokratie und zivilem Leben gut organisiert sein.
- Versuche zur Erzielung politischer Lösungen durch das Regime müssen durchkreuzt werden, in dem Symbole der Macht angezündet werden, wie Hauptquartiere der Baath-Partei, Polizeistationen, Gefängnisse, Zentren ergänzt durch die verzerrte Darstellung Baschar al-Assads.

3. Das vierte Netzwerk (Medien) wird aktiviert. Das Ziel ist, Baschar al-Assad mit allen früheren Perioden gleichzusetzen und all seine Aktionen zu entwerten, in dem alte Akten geöffnet und das derzeitige Regime dafür verantwortlich gemacht werden.

Bandar bin Sultan erkennt in seinem Plan an, daß Baschar al-Assad inner- und außerhalb Syriens echte Popularität genießt, die nicht unterschätzt werden darf. Er glaubt, daß diese Popularität ausgenutzt und von einem Punkt der Stärke in einen Punkt der Schwäche umgewandelt werden muß, in dem der Enthusiasmus der Assad-Unterstützer gegen Demonstrationen ausgenutzt wird.

Um Militär, Regierung und das Sicherheitssystem zu unterwandern, glaubt Bandar, daß sie in Konfessionen gespalten werden müssen. Und hier kommt die Rolle des dritten Netzwerkes (Ethnisch-Konfessionelle) ins Spiel, man zieht in Betracht wichtige Doktrinen wie Shafi'I und Hanafi zu neutralisieren. Das wird folgendermaßen getan:
- Jede Konfession wird gedrängt schreckliche, blutige Massaker an Verletzern [des Glaubens] auszuführen. Diese Verbrechen müssen gefilmt und umgehend an die Medien gesandt werden. Der Beginn muß an Orten weit entfernt von Damaskus sein und es darf nicht viel Blut sein, damit das Volk sich nicht zurück zieht.
Zum Beispiel könnten in Lattakia und Tartous Leute des Netzwerkes aus der allevitischen Sekte Jugendliche der sunnitischen Sekte abschlachten, ihnen Körperteile abschneiden und "lang lebe Baschar" rufen.
In Aleppo könnten salafitische Mitglieder des Netzwerkes Dörfer der Alleviten angreifen, ihre Wohnungen anstecken und die Menschen terrorisieren, damit sie ihre Dörfer verlassen und rufen "Tod den Nasiriern, Tod den Feinden der Sahaba".
In Hasakah könnten arabische Mitglieder des Netzwerkes einige Jugendliche abschlachten und erhängen und ohne Worte bildliche Scherze über die Kurden machen, die deutlich genug sind, daß die Kurden sie ohne Übersetzung verstehen. Es ist geplant einige Christen, speziell Armenier zu ermorden.
In Daraa könnten Scharfschützen von außerhalb der Stadt Jugendliche aus den Familien der Jawabra und Mahamid töten, aber niemanden aus den Familien der Abazeed und Masalmeh anrühren.

In der Stadt Al-Boukamal könnten Shiiten Sunniten töten und schreien "Oh Karbala, oh Hussein".
In Homs könnten Araber Turkmenen töten und deren Geschäfte ausrauben, insbesondere Goldgeschäfte und ebenso katholische Christen und Murshdis töten.
In Sewidaa könnten drusische Mitglieder des Netzwerkes eine Anzahl Christen in den umliegenden Dörfern töten und mehrere Kirchen niederbrennen.
In Qamischli könnten kurdische Mitglieder des Netzwerkes den Mord an Kurden in Hasaka rächen. Ebenso könnten einige Armenier arabische Muslime töten.
In Deir Ez-Zour könnten Scharfschützen von außerhalb jugendliche Angehörige der Stämme Agidat und Bani Naeem ermorden, ohne daß kleinere Stämme wie die Rolla, die Jabour oder die Schummar angegriffen werden. Während des Filmens schreien sie die Namen Bochabour und Mohassan.

Bandar denkt, daß das gesamte Regime damit beschäftigt sein wird, die Streitigkeiten zwischen den Gemeinschaften und den ethnischen Gruppen beizulegen. Baschar al-Assad wird Delegierte der Regierung entsenden, um konfessionelle und ethische Differenzen zu lösen. Während dessen wird Damaskus frei von Regierungsstützen sein und es kommt die Wende in Damaskus, in der sich jede Minderheitengruppe rächt und die Stadt von allen Seiten aufflammt. Das wird so ausgeführt:
- Christen im Osten Damaskus' töten Muslime, die unter ihnen leben, in Gebieten wie Qassaa und Bab Touma. Sie ermorden auch Drusen im Dorf Jaramana.
- Sunniten im Süden der Stadt bringen Schiiten, die unter ihnen in den Gebieten Schaghour und Muhajereen leben, um.
- Salafiten in den Gebieten Duma und Darayya brennen die Hauptquartiere der Gemeindeverwaltung, Gerichte und Polizeistationen nieder.
- Alleviten im Westen der Stadt im Gebiet Mezze Jabal töten unter ihnen lebende Sunniten.
- Kurden im Norden der Stadt, in Rukn Eddin, greifen Araber aller Konfessionen an.

In der Zwischenzeit, glaubt Bandar, werden sich die Armee spalten, das Sicherheitssystem und die Regierung zusammenbrechen und Baschar wird nur noch über die Republikanische Garde verfügen, die nichts tun kann, da die Armee gegen ihn sein wird. Das macht Baschar al-Assads Verbleiben an der Macht zur Ursache aller Probleme und das ist die Rolle des fünften Netzwerkes (Kapital). Folgendes wird ausgeführt:
- Ein Treffen der Kapitalbesitzer (Geschäftsleute) mit den Führern von Armee und Sicherheitskörperschaften, sowie den Ministern von Damaskus und Aleppo wird abgehalten. Der Plan ist, sie davon zu überzeugen, Baschar al-Assad aufzugeben und ihnen das Überleben nach dem Ende dessen Präsidentschaft zu versprechen.
- Falls einige Geschäftsmänner ablehnen sollten, mitzumachen, werden sie mit dem Entzug von Genehmigungen, dem Abziehen von Investitionen und Sexskandalen, wenn sie in sexuelle Beziehungen verwickelt sein sollten, bedroht.
- Wenn Armeeführer ablehnen werden sie mit Verhaftung oder Attentaten bedroht. Wenn es im Chaos möglich sein sollte, können auf hochrangige Offiziere, die nicht aus Damaskus oder Aleppo sind, Anschläge verübt werden.
- Ein Nationalrat aus Geschäftsmännern, Ministern und Sicherheitschefs muß gebildet und von den USA, Frankreich, Großbritannien, Saudi Arabien und Ägypten anerkannt werden.
Bandar glaubt, daß in dieser Phase folgendes erreicht werden muß:
- Der Rat muß Baschar al-Assads Rücktritt fordern.
- Der Rat muß Syriens Beziehungen mit dem Iran, Hisbollah, Hamas und dem Islamischen Jihad beenden.
- Der Rat muß im Geheimen die Verantwortung für Umsetzung des Friedensprozesses mit Israel übernehmen.
- Der Rat muß eine Übergangsregierung zur Auflösung der Parteien, dem Aufruf zu baldigen Wahlen und eine Ergänzung der Verfassung bilden.
- Der Rat muß eine Untersuchungskommission zur Ermittlung aller Symbole des vorherigen Regimes einsetzen. Er muß ausschließlich die Muslimbruderschaft für die Ereignisse verantwortlich machen.
- Der Rat muß die syrische Wirtschaft exklusiv für US-amerikanische, europäische, saudische und ägyptische Firmen öffnen.
Im gleichen Zusammenhang legte der Nachrichtenkanal al-Alam offen, daß die Postings auf Facebook von ungefähr 200 Leuten stammen, die für eine Firma "Dot and Com" arbeiten und die in Aufwiegelungstechniken trainiert wurden. Laut dem Kanal arbeiten die Angestellten in aller Stille und Geheimhaltung unter dem Schutz von Jordanien, während die Finanzierung der Firma und die Strategie, die deren Arbeit steuert, vom saudischen Geheimdienst, Bandar bin Sultans Bereich, besorgt werden. Der Bericht des Kanals sagte, daß die Firma "Dot and Com" anscheinend eine private Firma sei, die jemandem mit Namen Mohammed al-Qaisi gehört. Die Hauptniederlassung der Firma befindet sich in der jordanischen Hauptstadt Amman. Sie hat Niederlassungen in wichtigten saudischen Städten. Die Firma arbeitet mit dem saudischen Verteidigungsministerium zusammen und erbringt Dienstleistungen für das saudische Geheimdienstsystem und das Innenministerium. Der Kanal bestätigte ebenfalls, daß diese Firma eine Krisenzelle eingerichtet hat, die direkt nach den Anweisungen Bandars arbeitet. 200 Internetspezialisten, geführt von saudischen Offizieren, die von US-Ratgebern und Experten des psychologischen Krieges unterstützt werden, arbeiten in der Firma, um Syrien mittels Bandar bin Sultans Krisenzelle besonders im südlichen Syrien zu schlagen.
Gleichzeitig managen die Libanesen Marwan Hamadeh, Basem al-Sabe und Hani Hammoud in Zusammenarbeit mit US-Experten für psychologische Kriegführung und einem Spezialisten für Gerüchte, genannt Elie Khoury, vergleichbare Krisenzellen, die von Beamten der Informationsabteilung Saad Hariris unterstützt werden.

Bandar bin Sultan, der frühere saudische Botschafter in Amerika, dient derzeit als Generalsekretär des saudischen Nationalen Sicherheitsrates. Er war der einzige Botschafter in Washington, der permanente Bewachung durch die US-Präsidentengarde genoss. Er ist bekannt für seine Verbindungen mit Angelegenheiten, die in Beziehung mit der Unterstützung widerstandsfeindlicher und pro-israelischer Kräften stehen.
Neoguerilla (Gast) - 8. Jun, 20:30

Das ist einfach Unglaublich! Man stelle sich vor, so ein Plan existiere gegen ein europäisches Land und die Drahtzieher wären bekannt.. Da würden doch die Angelsachen und ihre Verbündeten sofort die Streitaxt schwingen!

Juergen (Gast) - 15. Jun, 06:56

Unglaublich

Unglaublich ist es wie hier und an anderen Orten gebildete Menschen einen Despoten quasi zum Märtyrer gegen Zionismus und Antiimperalismus stilisieren. Das scheint noch immer eine weitverbreitete Neigung Intellektueller zu sein Despoten insgeheim zu lieben. Jeder der einmal in Syrien war weiss von den Zuständen dort, weiss dass ein falsches Wort genügt in den Knast zu kommen, weiss dass nicht erst seit März 2011 zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen ist.
JGuilliard - 15. Jun, 19:20

Wenn man darauf hinweist, dass gegen ein Land eine Verschwörung läuft, dass Waffen und Zig Millionen Dollar an bewaffnete regimegfeindliche Gruppen geliefert werden, NATO-Spezialeinheiten und ausländische Dschihadisten ins Land geschleust werden etc. so sagt man keineswegs etwas über den Charakter der Regierung des angegriffenen Landes.

Auch wenn Syrien autoritär mit Polizeistaatmethoden regiert wird, so unterscheidet sich das Land damit zum einen nicht vom Großteil anderer Länder und zum anderen droht die Intervention der NATO-Staaten und der arabischen Feudalstaaten das Land in eine Katastophe zu treiben - wie zuvor den Irak und Libyen.
fx (Gast) - 14. Jun, 03:06

Der Bock als Gärtner

Das passt ja wie die Faust auf's Auge: Jeffrey Feltman wurde gerade von Ban Ki-moon zum UN-Chefdiplomaten berufen. Der Bock als Gärtner.

https://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=42197&Cr=ban+ki-moon&Cr1=appoint

JGuilliard - 14. Jun, 09:39

Komplette Demontage der UNO

Ja leider. Dass Ban Ki-moon Washingtons Pudel ist, war von Anfang klar. Und sichtlich rudert das UN-Sekretariat seither im Fahrwasser der USA und der NATO. Mit der Berufung von Feltmann demontiert sie sich aber als Institution, die ja der Vermittlung in Konflikten dienen soll, vollständig.
GAST (Gast) - 16. Jun, 12:26

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