Sonntag, 19. April 2015

Jarmuk: Verquerte Solidarität und Werbung für eine Intervention

Zu den fortgesetzten Initiativen von „medico international“ und „Adopt a revolution“ für eine Fortführung des Aufstands in Syrien.

Mit dem Eindringen des Islamischen Staat im Irak und der Levante (ISIL oder nur noch kurz IS) rückte der, aus einem palästinensischen Flüchtlingslager entstandene Damaszener Stadtteil Jarmuk wieder in die Schlagzeilen. Die deutsche Lobby-Organisation für syrische Aufständische, „Adopt a revolution“ startet die Initiative „Save Yarmouk“. In Berlin gab es am 15. April eine Solidaritäts-Demonstration mit den dort eingeschlossenen Menschen.

Angesichts der katastrophalen Lage haben die Bewohner von Jarmuk sicherlich Hilfe dringend nötig. Wirklich geholfen wäre aber auch ihnen ‒ wie dem ganzen Land ‒ durch ein Ende der Kämpfe. Die Forderungen von „Adopt a revolution“ und der Berliner Demo zielen aber eher auf eine Ausweitung des Krieges durch eine offenes militärisches Eingreifen von außen.
 
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Freitag, 3. April 2015

IPPNW Body Count - englische, internationale Ausgabe

ippnw-body-count-international-coverDie drei IPPNW-Sektionen, USA (Physicians for Social Responsibility, PSR), Deutschland (IPPNW) und Kanada (Physicians for Global Survival, PGS), haben zum 12. Jahrestag des Irakkrieges die internationale Ausgabe der IPPNW-"Body Count"-Studie veröffentlicht.

"Casualty Figures After 10 Years of the »War on Terror« - Iraq, Afghanistan, Pakistan", online verfügbar bei PSR USA sowie bei IPPNW Deutschland.
Siehe auch die Pressemitteilung des IPPNW.

Die im Mai 2012 erstmalig veröffentlichte Studie war zuvor noch einmal aktualisiert worden. In diese 3. Ausgabe sind u.a. auch die Ergebnisse einer neuen Mortalitätsstudie im Fachjournal PLOS (Public Library of Science) Medicine von Oktober 2013 eingeflossen.

Unter Berücksichtigung der Heterogenität der Quellen und der Breite der Konfidenz-Intervalle der statistischen Erhebungen wird die Zahl der Toten aus 10 Jahren Irakkrieg vorsichtig auf mindestens eine Million geschätzt, die des Krieges in Afghanistan auf über 220.000 Opfer und die in Pakistan auf und circa 80.000, auf den 3 zentralen Kriegsschauplätzen zusammen also mehr 1,3 Millionen Todesopfer.

Während die Mainstream-Medien auch die englische Ausgabe ignorierten, fand sie in progressiven Medien und Internetportalen einen recht breiten Widerhall. Über den Umweg der internationalen Ausgabe und die Resonanz in englischsprachigen Medien fand sie als PSR-Studie auch auf deutsch zusätzliche Verbreitung bis hin zum Bundeswehr-Journal.
 
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Sonntag, 1. Februar 2015

"Body-Count" - 3. Auflage des IPPNW-Reports

Opferzahlen des sogenannten "Krieges gegen den Terror"
3. Auflage des IPPNW-Reports "Body-Count"

- Pressemitteilung der IPNNW
- IPPNW-Report "Body Count" 3. Auflage, Oktober 2014 (PDF)

In die aktualisierte Ausgabe sind die Ergebnisse einer neuen Mortalitätsstudie im Fachjournal PLOS (Public Library of Science) Medicine von Oktober 2013 eingeflossen.
 
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Dienstag, 27. Januar 2015

IMI-Studie: Der Irak im Vielfrontenkrieg

Eine aktualisierte und stark erweiterte Version des Beitrags "Irak - der endlose Krieg" (jungen Welt vom 16.12. und 17.12.2014) erschien als IMI-Studie 2015/01

Der Irak im Vielfrontenkrieg
„Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung
von: Joachim Guilliard | Veröffentlicht am: 27. Januar 2015
 
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Montag, 12. Januar 2015

Ich bin "Falludscha, Kunduz, Tripolis, Gaza, Odessa ..."

Als Politiker, Prominente, Medien etc. allesamt pathetisch "Je suis Charlie" verkündeten, lag die Frage auf der Hand: Warum war keiner von ihnen "Falludscha, Tripolis, Gaza, Odessa ...".

Wo blieb ähnliches Mitgefühl als 16 Journalisten und Mitarbeiter des serbischen Senders RTS 23. April 1999 durch NATO-Bomben ermordet wurden, wo das mit den Opfern, des von Oberst Klein zu verantwortenden Kunduz-Massaker?
Wo bleibt es, wenn Teilnehmer von Hochzeitsfeiern, Beerdigungen etc. durch Raketen von US-amerikanischen Drohnen zerfetzt werden?
 
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Dienstag, 6. Januar 2015

Stoppt die Folter, Rechenschaftspflicht ja - Straffreiheit nein!

initiiert von den beiden ehemaligen Beigeordneten UN-Generalsekretären und Koordinatoren für humanitäre Fragen der Vereinten Nationen für den Irak, Hans-Christof von Sponeck und Denis Halliday.

Quelle: BRussells Tribunal (hier gibt es die Petitionen in 12 weiteren Sprachen)



Diese Petition geht an: die US-Regierung - den Internationalen Strafgerichtshof - den Präsidenten der Uno-Generalversammlung - den Präsidenten des Menschenrechtsrats - den Europäischen Gerichtshof

Bitte unterschreiben Sie die Petition und verbreiten Sie sie in Ihrem Netzwerk.
 
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Sonntag, 4. Januar 2015

US-Staatsterrorismus gebiert Monster

erschien leicht gekürzt und ohne Fußnoten in Ossietzky, 1 / 2015 (Themenheft „Großer Bruder USA)

Als im Sommer 2014 Kämpfer der islamistischen Miliz „Islamischer Staat" im Irak und der Levante“ in den Norden Iraks vorstießen, avancierten sie auf einen Schlag zur neuen, alles bedrohenden Terrorgefahr. Solange die in der Region meist noch mit ihrem bisherigen Namen „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ (ISIL oder arabisch Daish) bezeichneten Dschihadisten ihre Blutspur allein in Syrien zogen, hatten die NATO-Staaten sie nur verbal verurteilt, faktisch aber weiterhin ‒ als Teil der gegen die Assad-Regierung kämpfenden Allianz ‒ unterstützt.[1]. Zum Ungeheuer, gegen das jedes Mittel legitim ist, wurde ISIL erst, als seine Vorstöße die nordirakischen Öl- und Gasfelder bedrohten, auf denen westliche Ölkonzerne aktiv sind.
 
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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Irak - der endlose Krieg: „Islamischer Staat“, irakischer Aufstand und das Erbe der Besatzung (Teil 2)

Mit der Fokussierung auf den „Islamischen Staat“ wird ein genuiner Aufstand gegen das von der Besatzung geschaffene Regime ausgeblendet und Vorwände für ein erneutes direktes militärisches Eingreifen im Irak geschaffen.


Der folgende Text ist Teil II der ungekürzten Rohversion eines zweiteiligen Artikels, der in der jungen Welt vom
16.12. und 17.12.2014 erschien. Die Rohfassung des ersten Teils ist aufgeteilt in Teil 1a und Teil 1b. Als Druckversion gibt es auch den gesamten Beitrag als PDF-Dokument.

Jenseits von ISIL ‒ Gräueltaten regierungsnaher Milizen

Der Großteil der Aufmerksamkeit der Welt richte sich auf den Islamischen Staat, so Erin Evers, die Irak-Beauftragte von Human Rights Watch, Ende September, „doch dessen aufsehenerregenden Tötungen und Entführungen sind nur ein Teil der Geschichte von abscheulichen Misshandlungen.“ Dazu gehören auch die, „die irakische Zivilisten durch Regierungstruppen und schiitischen Milizen erleiden.“ [1] Sie hatte in den Tagen zuvor Zeugen zur Belagerung von Latifiyya angehört, einer mehrheitlich sunnitischen Stadt im sogenannten „Bagdad-Gürtel“, deren Bevölkerungszahl infolge der Angriffe der berüchtigten 17. Division und Milizen, die noch immer unter Kontrolle des Ex-Premiers Nuri al-Maiki stehen, in den vergangenen Monaten von 200.000 auf 50.000 schrumpfte. Dutzende Bürger der Stadt waren entführt und ermordet worden. Anwohner berichten von Exekutionen auf offener Straße, nur wenige Meter von Polizeiposten entfernt. Am 11. Juni verschleppten Milizionäre 137 Männer von einem Markt der Stadt. Die Leichen von 30 von ihnen wurden gefunden, von den übrigen fehlt jede Spur.
 
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