British Civilians for Peace in Libya: : "Gewalt gegen Zivilisten wurde übetrieben"

Seit die Situation in Libyen eskalierte, forderte die libysche Regierung immer wieder eine unabhängige internationale Untersuchung der Ereignisse. Die UNO stellte sich taub, stattdessen gab der Sicherheitsrat das Land zum Abschuss frei. Britische Aktivisten halten, nach Recherchen vor Ort, die Vorwürfe gegen die libysche Führung für völlig übertrieben.
 
Die Bundesregierung gab nun in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Die Linke) zu, es lägen keine Informationen über Angriffe der libyschen Luftwaffe auf Zivilisten vor und es gebe auch keine Belege dafür, dass die libysche Luftwaffe sich nicht an die Zusagen eines Waffenstillstands gehalten habe oder überhaupt flächendeckend und systematisch zur Bombardierung von Zivilisten eingesetzt wurde. (Kamil Majchrzak, Kriegslügen und die Erosion des Völkerrechts, Telepolis, 29.04.2011)
Obwohl genau mit diesen Vorwürfen die Kriegs-Resolution des Sicherheitsrats begründet wurde, die Deutschland durch Stimmenthaltung passieren ließ, fand man es nie nötig, dem genauer nachzugehen und dem Krieg gegebenenfalls die Legitimation zu nehmen.

Eine Gruppe engagierter Briten machte der sogenannten „internationalen Gemeinschaft“ vor, wie es geht: Die "British Civilians for Peace in Libya“ stellte eine kleine „Fact Finding“-Kommission zusammen, um in Libyen vor Ort die ganzen Vorwürfe gegen die libysche Regierung zu untersuchen. (es gibt nur eine Facebook-Seite der Gruppe , Infos zur Reise und Bilder/Videos aus Libyen findet man ganz am Ende, beginnend mit dem 8.April)

Die Teilnehmer – u.a. Wissenschaftler, Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten – machen keinen Hehl daraus, dass sie keine Experten sind. „Wir sind unzureichend, aber wir sind die einzigen die dies tun. Notwendig ist eine unabhängige internationale Untersuchungsmission durch eine professionelle, glaubwürdige und akzeptable Organisation.“

Sky News, Guardian und einige andere britische Medien berichteten über die Ergebnisse der Untersuchung, deutsche Medien nahmen sie nicht zu Kenntnis. Bei Globalresearch findet man neben dem Bericht von Sky auch die Presserklärung der Delegation. Ihren „Zwischenbericht“ findet man hier.

Das Untersuchungsteam war eine Woche in Libyen und bereiste dabei neben Tripolis auch eine Reihe anderer Städte im Westen des Landes. Auch wenn sie bei ihrem Besuch von Vertretern der libyschen Regierung libyschen NGOs betreut wurden, hätten sie offen mit Organisationen und Personen reden können.
Zu den Befragten zählt auch der apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Martinelli, der sich der katholischen Agenzia Fides. Gegenüber sehr beeindruckt von dem Team zeigte. (siehe Bischof Martinelli aus Tripolis: „Bombenangriffe: eine Niederlage für die Menschlichkeit“)

In ihren „Interim Report“ Bericht stellen sie fest, dass sie zwar in der Lage gewesen waren, zivile Opfer der Nato Bombenangriffe zu bestätigen", aber " keine Hinweise dafür fanden, dass Regierungstruppen in den drei Gebieten von Tripolis, die in der UN Resolution 1973 aufgeführt werden, Bombardierung durchgeführt hätten.
Die Gruppe kritisiert in ihrem Bericht scharf die einseitige Berichterstattung durch die westlichen Medien, die ihrer Pflicht wahrheitsgemäß und ausgewogen zu berichten, nicht nachkommen. Während die in Tripolis stationierten britischen Journalisten wochenlang keine Beweise für NATO-Bomben-Opfer finden konnten, registrierte das Team an einem einzigen Morgen innerhalb von drei Stunden sieben Todesopfer.
Die Möglichkeiten eines privaten Teams sind sehr begrenzt und in den Medien wird den „Civilians for Peace“ natürlich Parteilichkeit vorgeworfen. Doch im Unterschied zu ihren Kritikern haben vor Ort so gut sie konnten recherchiert und liefern interessante Informationen. Wen es nicht überzeugt, soll selber nachschauen.

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Quellen:

British Citizens for Peace in Libya – Interim Report

Tom Rayner, British Mission to Libya: "No Evidence of Gaddafi Violence", Global Research / Skynews, 21.4.2011

Gaddafi violence against Libya civilians exaggerated, says British group
Delegation to Libya says it has found no evidence of dissent and accuses western media of bias towards Nato military action, Guardian, 19.4.2011

Kamil Majchrzak, Kriegslügen und die Erosion des Völkerrechts, Telepolis, 29.04.2011

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